im untergrund

Höchst motiviert, eine neue Seite der Stadt zu erkunden, schleppe ich mich — noch etwas unausgeschlafen — an einem Samstagvormittag zum Karlsplatz, um mit behelmtem Kopf und ungeschützter Nase durch einen Kanaldeckel in den Wiener Untergrund zu steigen.

Nein, ich bin nicht so wagemutig wie etwa jener 50+ Abenteurer, der vor einigen Jahren beim Versuch die Kanalisation auf eigene Faust zu erkunden, metertief abstürzte und in einer aufwendigen Rettungsaktion geborgen werden musste. Ich mache das mit Tourguide.

Tunlichst bedacht, nicht – wie uns der schon zu früher Stunde zu Scherzen aufgelegte Guide warnt – auf eine Ratte zu steigen, und noch tunlicher bemüht, nirgends anzukommen, folge ich der Schar durch das stinkende Labyrinth und komme mir dabei eher vor wie eine Grubenarbeiterin, als wie Harry Lime.

Aufregend ist es aber dennoch, wie weitläufig alles ist und auch, was hier so alles zusammenströmt. Schließlich können die unterirdischen Tunnel bereits auf dreihundert Jahre versteckter, verdrängter und vergessener (Ab)Fälle zurückblicken, die nicht immer so spurlos verschwinden, wie wir es vielleicht gerne hätten.

Alle, die das unterirdische Wien erkunden möchten, können das unter anderem im Rahmen der Dritte Mann Tour machen.

b.e.seidl

 

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