schwein gehabt

Ich werde nie den verdutzten Ausdruck auf ihren Gesichtern vergessen, als ich meinen Freunden in Spanien zu Neujahr feierlich kleine Marzipanschweine in die Hände gedrückt habe. „Wieso schenkst du uns ein Schwein?“ fragte mich einer, während die anderen teils verwundert, teils ein wenig irritiert, ihre Schweinchen begutachteten.
Zugegeben, die deutsch – österreichische Besessenheit mit dem Schwein ist schon ein bisschen eigenartig. Nicht nur, dass Schweine hierzulande ein Hauptnahrungsmittel sind, das in jeder erdenklichen Weise verzehrt wird, das grunzende Tier ist auch in Schimpfwörtern und Redewendungen stark vertreten. Der Jahreswechsel ist sicherlich ein Höhepunkt des schweinischen Treibens.
Am Sylvesterpfad in der Wiener Innenstadt tanzen Leute Walzer mit Schweinchenhauben am Kopf, andere halten überdimensionale Stoffschweine im Arm. Glücksschweine sind in allen Größen und Formen erhältlich, vom Marzipanschwein bis zum Schokoschwein oder gar als Törtchen in Schweineform.
Wer anderen eine Freude machen möchte, sollte allerdings sichergehen, wie die oder derjenige diesem schweinschen Brauch gegenübersteht, denn in vielen Ländern bedeuten Schweine nichts Gutes.
Schließlich möchte man ja am Ende nicht selbst für ein Schwein gehalten werden!

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